Schulschwänzer

Schulschwänzer in Essen,

Die Zahl der Schulschwänzer in Essen, die vom Ordnungsamt höchst persönlich aus dem Bett geklingelt und zur Schule gebracht werden, steigt. Im Jahr 2018 waren es gleich 30 Prozent mehr solcher “zwangsweisen Schulzuführung”. Insgesamt 133 Schulschwänzer klingelte das Ordnungsamt aus dem Bett – 2017 waren es noch 30 Fälle weniger.

Eine Schulzuführung ist das letzte Mittel, das eine Schule wählen kann, um die Schwänzer zurück in den Unterricht zu kriegen. Vorher gibt es noch Mahnungen, Bußgelder, in Essen sind es satte 50 Euro pro Fehltag und Gespräche mit den Eltern. Sollte das alles nicht helfen, dann klingelt das Ordnungsamt die Schüler höchst persönlich aus dem Bett.

Oft auch psychologische Gründe Die Stadt bemerkt Unterschiede bei den verschiedenen Stadtteilen. Am häufigsten müssen sie im Essener Norden, in Altenessen, Karnap und Vogelheim ausrücken. So gut wie keine Einsätze haben sie in Stadteilen im Essener Süden, wie Bredeney, Heidhausen und Kettwig.

Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichtet, können Kinder und Jugendliche im LVR-Klinikum Hilfe bekommen, denn oft stecken auch ernsthafte psychologische Gründe dahinter. Rund 150 Schulschwänzer betreut die Ambulanz jährlich. “Wir unterscheiden zwischen Schwänzern und Verweigerern. Schwänzer sind jene, die nur aus Unlust nicht zur Schule gehen. Verweigerer haben häufig psychologisch bedingte Grüne, wie zum Beispiel Mobbing, Ängste und Depressionen.

Oft liegen auch Probleme in der Familie vor, wenn zum Beispiel ein Elternteil krank wird oder die Eltern sich getrennt haben. Nicht zur Schule zu gehen, sei dann wie ein letzter Ausweg für die betroffenen Kinder.